Namensvorgänger und -nachfolger

Namensvorgänger, die den stolzen Namen ADMIRAL SCHEER trugen, gibt es im eigentlichen Sinne nicht. Nach weitreichenden Recherchen könnte man jedoch zwei  Schiffe entsprechend bezeichnen:

  • Wie aus einer sehr fragwürdigen Quelle hervorgeht, soll dies ein im Ersten Weltkrieg eingesetztes Vorpostenboot sein, das im Juli 1917 bei der Schlosswerft R. Holtz, Harburg, als Fischereifahrzeug vom Stapel gelaufen ist, von der Kaiserlichen Marine unter dem Namen ADMIRAL SCHEER als Hilfskriegsschiff übernommen worden sein soll und fortan der II. Geleitflottille/10. Halbflottille, bestehend aus einem alten Torpedoboot als Flottillenboot und 10 Fischdampfern, angehört haben soll. 
  • Am 22.03.1934 lief der von dem Büsumer Fischer Klaus Hein in Auftrag gegebene moderne Kutter unter dem Namen ADMIRAL SCHEER auf der Büsumer Werft vom Stapel. Weitere Einzelheiten über die Vita und das weitere Schicksal/den weiteren Verbleib des Kutters sind nicht bekannt.
SOPHIE CAESAR 1934

Das erste deutsche Kriegsschiff dieses Namens, das Panzerschiff und später zum Schweren Kreuzer umklassifizierte ADMIRAL SCHEER lief am 1. April 1933 vom Stapel und die Indienststellung erfolgte am 12. November 1934. Es folgten viele Auslandsfahrten. Im Krieg befuhr er Atlantik, Indik und das Nordmeer. Bekannt wurde der ADMIRAL SCHEER durch die große Kaperfahrt 1940/41, das Unternehmen „Wunderland“ und die Rettung von Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten am Ende des Krieges. Der ADMIRAL SCHEER, als „glückhaftes Schiff“ in der Deutschen Kriegsmarine bekannt, überstand fast den ganzen Krieg ohne größere Schäden. Kurz vor dem Ende des Krieges kenterte SOPHIE CAESAR am 9. April 1945 im Kieler Hafen nach alliierten Bombenangriffen.

SOPHIE CAESAR Ende 1940

Die Schulfregatte SCHEER, Namensnachfolger und ursprünglich ein Schiff der Black-Swan-Klasse, wurde am 27. April 1942 bei der Werft Messrs. Alexander Stephens, Clydebank, auf Stapel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 07. Juli 1943. Das als U-Jagd- und Geleitschutzfregatte gebaute Schiff wurde auf den Namen HMS HART getauft. Die Indienststellung fand am 12. Dezember 1943 statt. Nach kurzer Ausbildungszeit wurde das Schiff als U-Jagdfregatte, Geleitzugführer und Sicherungsschiff eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde HMS Hart in Ostasien stationiert, wo sie unter anderem am Koreakrieg teilnahm. Ende 1951 wurde das Schiff in Großbritannien außer Dienst gestellt und der Reserveflotte zugeteilt.

Mit freundlicher Genehmigung durch Herrn Heinz-Werner Sass: HMS HART

 

Diese Ruhepause endete im Jahre 1958, als die HMS HART auf der Werft Vicars-Armstrongs–Palmers-Hepburn, Newcastle on Tyne, gründlich überholt und modernisiert wurde. Am 29.April 1959 wurde das Schiff unter der Bundesdienstflagge in Dienst gestellt. Ein neuer Abschnitt ihres Lebenslaufes stand ihr im Dienst der neuen deutschen Bundesmarine bevor, der am 21. Mai 1959 begann, als in Bremerhafen mit der feierlichen Namensgebung und erneuten Indienststellung die Geschichte der britischen HMS HART zu Ende ging und die der deutschen SCHEER ihren Anfang nahm.  

Nachdem die SCHEER nach provisorischen Umbauten eine Zeit lang in der praktischen Ausbildung für die Marineortungsschule eingesetzt war, wurde infolge neuer technischer Möglichkeiten und taktischer Überlegungen eine Umrüstung erforderlich.

Als Ende 1962 - nach über einjähriger Umbauzeit - die SCHEER wieder in See stach, verfügte die Bundesmarine zur Ausbildung ihres Schiffsführungsnachwuchses über eine besonders geeignete und speziell ausgerüstete Schulfregatte (SF), die in der Folgezeit zwischen Nordkap und Madeira auf vielen Ausbildungsreisen für die Marineortungsschule operierte. Am 30. November 1967 wurde die SCHEER in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt. SF Scheer verblieb bis 1970 im Arsenal in Wilhelmshaven. Nach der Desarmierung wurde sie mit einem Schlepper nach Hamburg geschleppt und von der Firma Eisen u. Metall abgewrackt.

 

Mit freundlicher Genehmigung durch Herrn Heinz-Werner Sass: SCHULFREGATTE SCHEER - F 216

 

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Und wenn man Euch fragt:

 

"Wo kommt ihr her?"

 

Dann antwortet stolz:

 

"Vom Schweren Kreuzer Admiral Scheer!"

 

 

 

 

 

 

Aktuelles

Am 09. April wird sich der Tag der Vernichtung des ADMIRAL SCHEER zum 70. Mal jähren!

Hierzu ist eine ausführliche Bild-Dokumentation unter dem Titel "Das Ende in Kiel" im Kapitel über die Geschichte des ADMIRAL SCHEER zu finden...  

 

 

 

TIPPS

Modellbauer finden Anregungen und Details im Kapitel "ADMIRAL SCHEER im Modell" und in Kürze unter dem Kapitel "Schiffbauliche Veränderungen".

 

Geschichtlich Interessierte finden auf den Seiten über den Namensgeber, die Kommandanten und über das Original Informationen und historisch zugeordnetes Bildmaterial.

 

Freunde der "Grauen Flotte" hingegen werden sicherlich das recht umfangreiche Bildmaterial "genießen".